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"Realistisch,
pragmatisch, konstruktiv" Einsendeschluss 10. Juni: Das
bedeutet Arbeit. Eine ganze Kiste mit Beiträgen zum Pastoralgespräch
"Das Salz im Norden" muss der Postbote täglich in den dritten
Stock des Hamburger St.-Birgitta-Hauses hieven. "In den vergangenen
Tagen ist die Postkiste deutlich schwerer geworden", berichtet
Rosemarie Maier-Pirch, Mitarbeiterin der Pastoralen Dienstelle. Bei ihr
bekommt jedes Fragebogenheft erst einmal eine Nummer: 568, 569, 570... so
weit der Stand vom vergangenen Donnerstag. Und was passiert mit
Einsendungen, die nach dem Zehnten kommen? "So lange wir die
Beiträge aufnehmen können, werden wir es tun. Aber garantiert ist die
Aufnahme nur für die, die innerhalb der Frist geblieben sind",
informiert Harald Strotmann, stellvertretender Leiter der Pastoralen
Dienststelle. Die nächsten beiden Monate
sind nämlich fest verplant: Alle handschriftlichen Texte werden erst
einmal abgeschrieben und in eine Word-Datei getippt. Ein spezielles
Computerprogramm sortiert die Ergebnisse der Bewertungsskalen. Danach
werden die Äußerungen anhand eines recht komplizierten
Kriterienkataloges quasi auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt. "Wir bemühen uns darum,
dass jeder Einsender eine Antwort von Dompropst Jansen bekommt",
schildert Harald Strotmann. Nachdem die Antwort geschrieben ist, werden
die Absendernamen von den Bögen entfernt. Künftig kann man nur noch
erkennen, zu welcher Absendergruppe der Beitrag gehört (etwa
Pfarrgemeinderat oder Einzeleinsender). Einige Beiträge hat auch
Erzbischof Werner Thissen beantwortet. Jeder Antwortenkatalog geht nach
der Erfassung über den Tisch des Bischofs. "Die Einsendungen sind
sehr vielfältig, sehr anregend, sehr konstruktiv", lobt der
Erzbischof die Absender. "Ich merke, dass das Pastoralgespräch in
allen Gemeinden irgendwie Thema ist." Ebenso urteilt Harald Strotmann:
"Wir haben nur wenig polemische Briefe, und wenige, die das Gespräch
als Klagemauer genutzt haben. Die große Mehrheit ist sehr realistisch und
pragmatisch, mit konstruktiver Kritik." Was ihm ebenfalls positiv
auffällt: Die ganze Breite des Bistums ist vorhanden: Sowohl
Pfarrgemeinderäte und Gruppen, Familienkreise und Einzelpersonen haben
sich beteiligt. Auch geografisch ist das gesamte Bistum vertreten.
"Zumindest wüsste ich keine Gemeinde, aus der gar nichts gekommen
wäre." Für Harald Strotmann ist nach der Lektüre von gut 500
Einsendungen bereits die Richtung sichtbar, in die sich das
Pastoralgespräch bewegen wird. "Die Tendenzen sind deutlich. Für
mich ist eigentlich heute schon klar, worüber wir beim Bistumstag im
September reden werden." Was bewegt die Einsender?
"Sehr deutlich wird zum Beispiel die Sehnsucht nach einer gut
gestalteten Liturgie." Auch die Beheimatung in der eigenen Gemeinde
und Kirche und die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit kristallisierten sich
als Anliegen der Gläubigen heraus. Im Bistumsgespräch am 4. September
(siehe Text unten) werden solche Anliegen auf den Tisch kommen. Bis dahin
hat das Organisationsteam des Pastoralgesprächs noch mit einer
Schwierigkeit zu kämpfen: der Zusammenführung dieses Prozesses mit dem
gleichzeitig laufenden "Konsolidierungsprozess" im Bistum. Im
Zuge der Sparmaßnahmen sollen die Bistumsgelder für die Gemeinden um
jährlich 3 Mio Euro und die Personalkosten um 7 Mio. Euro gekürzt
werden. Noch ist öffentlich nicht bekannt, welchen Handlungsspielraum
eine pastorale Neuorientierung im Bistum überhaupt hat. Das biblische Motto "Salz
im Norden" lässt aber die Hoffnung durchblicken, dass auch kleine
Prisen große Wirkungen erzielen. Was das Symbol "Salz" sonst
noch sagen kann, haben vor Pfingsten die Firmlinge der St. Hedwig-Gemeinde
in Norderstedt auf den Punkt gebracht: Sie schenkten Erzbischof Thissen
fünf verschiedene Sorten Salz: Badesalz, Kochsalz, Salz vom Toten Meer
(das unter anderem Schönheit verleihen soll), Fleckenentferner-Salz – und
Salz für die Spülmaschine, das zur Entkalkung des Apparates dient. Andreas Hüser
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