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Der Bistumstag
Wortbeiträge
Dr.
Valentin Dessoy, wissenschaftlicher Moderator des Pastoralgesprächs: "Die
Ergebnisse haben fast wissenschaftliche Relevanz. Die
politischen Stimmungsbarometer im Fernsehen beruhen auf einer
Befragung von 1000 Leuten. Bei uns dagegen kommen 8500
zu Wort."
Erzbischof Dr. Werner
Thissen zum Verhältnis von Pastoralgespräch und Sparprozess:
"Unser Bistum ist wie ein großes sturmgerüstetes
Schiff. Dieses Schiff hat unterschiedliche Energiequellen. Es
hat große Segel, in die der Geist Gottes weht. Es hat
Ruderinnen und Ruderer, die das Schiff voranbringen. Es hat
auch einen Hilfsmotor, der mit der Kirchensteuer als
Brennstoff läuft. Dieser Hilfsmotor darf nicht ins Stottern
geraten. Darum der Sparprozess. Wichtig für das Schiff sind
aber auch die Ruderer und Ruderinnen. Durch sie kommt das
Schiff voran. Damit es weiter vorangeht und damit das Schiff
auf Kurs bleibt, haben wir das Pastoralgespräch."
Der Erzbischof auf die Frage, ob es auf Grund des
Pastoralgespräches eine Korrektur der Sparvorschläge gibt:
"Ein deutliches Votum des Pastoralgesprächs ist der
Abbau der Verwaltungs-Strukturen. Daraus muss folgen, dass es
künftig nicht drei Generalvikariate, sondern nur eines
gibt."
Pastor
Burkhard Göcke, Leiter der Pastoralen Dienststelle, zur
Bedeutung des Gesprächs: "Es ist hochspannend, bei den
künftigen Entscheidungen mit einer Meinung aus dem Bistum
versehen zu sein und an dieser Meinung nicht vorbei zu
kommen."
Pastor Göcke zur Stärkung des Ehrenamtes: "Es wäre
falsch, nach Ehrenamtlichen nur zu rufen, weil es nicht mehr
so viele Hauptamtliche gibt. Ich möchte, dass wir Ehrenamt
auch unter uns neu entdecken."
Kommentare
der Tagungsteilnehmer
... zum Sparprozess:
- "Kirche soll in der Fläche
(vor Ort) sein. Dies Ergebnis des Bistumsgespräch
widerspricht völlig dem Spar- und Konsolidierungsproze?. Geht
Pastoral vor Finanzen?"
- "Wenn die Ergebnisse des
Pastoralgesprächs ernst genommen werden, dann müssen die
Vorschläge aus dem Sparprozess gründlich korrigiert werden.
Wird das so möglich? Kostenneutral?"
- "Dezentralisierung sehen
93% als wichtig an – die Praxis: Im Konsolidierungsprozeß
wird radikal Zentralisierung favorisiert. Spricht hier der Hl.
Geist?"
- "Warum wird das Erzbistum nicht aufgelöst?"
...zum Umgangsstil:
- Leitungskompetenz durch Weihe
oder durch Qualifizierung? Diese Frage ist suggestiv
und falsch! Hier wird ein Gegensatz insinuiert, der eigentlich
sich sein sollte.
- "Wir brauchen eine
neue Kultur der Kommunkation!"
- "Ich bin positiv
überrascht, wie viele Menschen in unserem Bistum sich mehr
Transparenz, Kommunikation, Partizipation und Offenheit
wünschen. Decken sich diese Wünsche mit dem zukünftigen
Weg, den die Bistumsleitung plant?"
...zum mangelnden Kontakt
mit der Altersgruppe 25-45 Jahre
- "Erschreckend: das
Ausfallen der Altersgruppe der 25 –45 Jährigen! Also
derjenigen, die ,mitten im Leben stehen' (Familie, Beruf)"
- "Auch die Kinderbetreuung auf dem Bistumstag wird nur
von 7 Kindern genutzt. Auch mir geht es so: Familienphase
bedeutet Rückzug von kirchl., ehrenamtlicher Arbeit und
Gemeindeeinbindung. Im besten Fall setzt die Pastoral beim
Kind an (Kindergottesdienste, KiTas usw.) Aber wo sind die
Angebote, die Mitwirkungsmöglichkeiten, in denen die
Erwachsenen arbeiten können/angesprochen werden?
- "Kinder müssen
erwünscht, nicht nur toleriert sein. Eltern sind hier sehr
sensibel: das leise Gefühl zu stören (und Kinder sind laut
und unbequem) führt zum Rückzug. Familien in der ,heißen
Lebensphase' müssen Prioritäten setzen, weil das Leben
insgesamt sehr ,voll' ist. Wie wird Gemeinde/Kirche zu einer
Priorität für Familien?"
- "Wenn keine Angebote für
25 – 35 jährige gewünscht werden, dann heißt das doch
wohl: nicht die Angebote, die die Gemeinde auf Lager hat
(immer für Gruppen) Sicher gibt es Angebote für 25-35
Jährige: individuell! Im Arbeitsleben zu verwirklichen! Usw."
- "Die geringe
Rückmeldung aus der Altersstufe 25 – 40 liegt auch daran,
dass es sich um eine Phase Familienbildung und
Existenzsicherung handelt, die wenig Raum lässt
für"Extras" wie Ausfüllen von Fragebögen wie zum
Pastoralgespräch!"
- "Frauen und Mütter sind
immer noch der Mittelpunkt der Familien. Bei guten Angeboten
für diese Zielgruppe erreichen wir auch Kinder und
Jugendliche mit kirchlichen Angeboten"
... zum
Pastoralgespräch:
- "... wer hat von aussen
einen kritischen Blick auf den Prozess des Pastoralgespräches
... gibt es sozusagen einen "Bistumstag von der
Seite/unten"?"
- "Zu den Optionen
(ausgeteilter Zettel): es wird viel gesagt, was geschehen muß
– Beispiel "junge Erwachsene gewinnen und motivieren
–" nur: wie denn ?? oder "Ehrenamtliche
qualifizieren – es gibt (bis jetzt) aber viel zu wenig
Ehrenamtliche!"
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