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Das Salz im Norden
Sieben Leitsätze
Liebe Schwestern und
Brüder im Erzbistum Hamburg!
Mit den hier
vorgelegten sieben Leitsätzen tritt das Pastoralgespräch
unseres Erzbistums nun in eine neue und wichtige Phase. Ich
danke allen herzlich, die bis hierher mitgetan, mitgedacht und
mitgebetet haben. Die Mitarbeit vieler war ein großer Gewinn.
Nun ist es an der Zeit, miteinander einen weiteren Schritt zu
gehen. Deshalb setze ich die Leitsätze für unser Erzbistum
in Kraft. Sie bündeln die bisherigen Ergebnisse des
Pastoralgesprächs und sollen die pastoralen Aktivitäten neu
ausrichten. Ich bitte Sie herzlich: Tun Sie weiter mit!
Arbeiten Sie mit! Beten Sie mit!
Die Leitsätze geben
die Richtung der Pastoral an. Sie sind Wegweiser. Vieles, was
hier dargelegt wird, geschieht bereits in unserem Erzbistum.
Vieles lässt sich aber auch intensivieren. Als nächstes
werden aus diesen sieben Leitsätzen Handlungsmöglichkeiten
entwickelt. Das sind praktische Schritte, die auf den
regionalen Bistumstagen diskutiert werden. Anschließend
treffen die Pfarreien, Einrichtungen und Verbände eine
Entscheidung, welche Schritte sie gehen werden. Sie werden
dabei von den Dienststellen des Generalvikariates
unterstützt.
Die organisatorische
und mehr noch die geistliche Erneuerung der Pastoral, die nun
ansteht, ist eine notwendige und zugleich eine großartige
Aufgabe! Sie ist Jesu Wort verpflichtet: "Ihr seid das
Salz der Erde" (Mt 5,16). Dieses Wort aus der Bergpredigt
ist Zuspruch und Anspruch zugleich. So hat es bereits das
Motto unseres Pastoralgesprächs inspiriert: "Das Salz im
Norden". Nun sei es für uns erneut Inspiration und
Verpflichtung, uns aus dem Glauben für das Leben der Menschen
und für die Ehre Gottes einzusetzen.
Mit diesen
Leitsätzen erhalten Sie ein weiteres Gebet zum
Pastoralgespräch. Als betende Kirche gehen wir im Norden
unseren Weg.
Herzlich grüßt Sie
Ihr
+ Werner
Erzbischof von Hamburg
- Unsere Kirche im Norden hat viele Chancen
-
Das Pastoralgespräch hat viele von uns
in unserer Glaubensüberzeugung gestärkt: Wir stehen in
der Nachfolge und in der Sendung Jesu, finden uns
zusammen als Kirche aus seinem Geist, sind Teil des
Volkes Gottes, das lebt aus der Gemeinschaft mit dem
dreieinen Gott und das so Sakrament und Werkzeug seines
Heilswillens für alle Menschen ist. Verschieden nach
Alter und Geschlecht, nach Sprache und Herkunft aus
zahlreichen Ländern und zuhause in den Regionen unseres
Erzbistums sind wir gerade deshalb mit einer Vielzahl
unterschiedlicher Lebens- und Glaubenserfahrungen
gesegnet.
- Wir geben überzeugt und überzeugend weiter, was wir
empfangen haben und was unseren Lebensreichtum ausmacht:
Das ist das Evangelium vom Reich Gottes, vom Leben
Gottes mit den Menschen. Für das kostbare Geschenk
dieses Glaubens wollen wir Menschen aus unserem Umfeld
neu gewinnen.
- Wir lassen uns vom Evangelium tiefer durchdringen und
erzählen davon in einer Weise, die heute verstanden
werden kann. Wir sprechen den Menschen in ihren
vielfältigen Lebenswirklichkeiten Gottes Verheißung
und Segen zu.
- Erfolg, Wachstum, Sinnfindung gehören ebenso wie
Leid, Krankheit oder Arbeitslosigkeit zu den
Lebenswirklichkeiten. Wir teilen Freude und Hoffnung
oder Trauer und Angst der Menschen und bringen sie in
Beziehung zur Botschaft Jesu.
- Wir setzen uns ein für die Einheit aller Christen. In
gemeinsamer Verantwortung für die Gesellschaft
entwickeln wir ökumenische Projekte und Kooperationen
auf allen Ebenen.
- Die durch die gesellschaftlichen Entwicklungen und die
aktuellen finanziellen Engpässe
notwendig werdenden Veränderungen bedeuten Verlust.
Wir werden Bewährtes aufgeben müssen. Andererseits
begreifen wir die Veränderungen als Chance, uns geistlich
und organisatorisch zu erneuern. Die Erfahrungen, Ideen
und Charismen aller Gläubigen sollen hier zusammenkommen.
Alle sollen sich beteiligen und beteiligt werden.
- Im Sinne dieser Anliegen sind die Aufgaben und
Dienste, die Rollen und Strukturen in unserer Ortskirche
zu überprüfen und zu aktualisieren.
- Unsere Kirche im Norden ist missionarisch.
2.1 Mission (Sendung) ist Teil von Wesen und Identität
der Kirche. Zum missionarischen Kirchesein gehören
Selbst- und Gottvertrauen.
Im Pastoralgespräch wird deutlich: Wir wollen wachsen!
Geistlich, "nach innen", zu mehr Tiefe und
Freude im Glauben. Und "nach außen", indem wir
neue Mitglieder willkommen heißen und mit ihnen unser
eigenes, unverwechselbares Profil stärker ausprägen.
Als Getaufte und Gefirmte wollen wir Zeugnis geben und
die Quelle sprudeln lassen, die unser Leben speist: das
Evangelium, letztlich Jesus Christus selbst und die
Lebensgemeinschaft mit ihm. Die Kirche lebt in ihren
Zeugen! Alle Gemeinden und Einrichtungen unseres Bistums
sollen sich deshalb noch mehr der Aufgabe stellen,
transparent zu sein für das Fundament, das sie trägt.
Wir wollen lernen, miteinander unseren Glauben besser zu
bezeugen.
2.2. Wachsen und mehr Menschen für das Evangelium
gewinnen
Wir wollen stärker als bisher die Menschen erreichen,
die der Kirche fern stehen, die den Bezug zu Gott verloren
oder die Botschaft von Jesus Christus nie kennen gelernt
haben. Wir wollen den Kirchenaustritten entgegenwirken und
verstärkt für Taufe und Firmung werben.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- die pastoralen Räte auf allen Ebenen mit ihrer
Kreativität konkrete Vorhaben entwickeln, zum Glauben
einzuladen.
- erprobte Ideen aufgegriffen und weiter entwickelt
werden.
- wir in besonderen Lebenssituationen gezielt den
Kontakt mit den Menschen suchen.
- wir noch stärker als bisher in der Gesellschaft und
den Medien vorkommen.
2.3. Sprach- und Zeichenkompetenz verbessern
Diejenigen, die ausdrücklich mit der Feier und
Weitergabe des Glaubens beauftragt sind, achten mit
Sorgfalt darauf, wie im Gottesdienst, in der Katechese, im
Religionsunterricht, in der Erziehung der Glaube gefeiert,
ausgedrückt und gelebt wird. Dazu gehört als Grundlage
das Wort und weiter die Fähigkeit, den Glauben in Feier,
Bild, Musik, und Bewegung zu gestalten. Wir wollen die
frohe Botschaft sachlich verantwortbar, persönlich
glaubwürdig und lebensnah vermitteln.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- die Verantwortlichen selbst bereit sind, persönlich
über ihren Glauben zu sprechen.
- sie ihre sinnliche Wahrnehmung und ihre musische wie
zeichenhafte Ausdrucksfähigkeit entwickeln.
- sie die Fragen von Kindern, Gemeindemitgliedern,
Gesprächspartnerinnen und – partnern auch als Anreiz
für eigene Lernprozesse ansehen.
- regelmäßige Fortbildung in der Verkündigung,
insbesondere der Predigtschulung, für alle durchgeführt
werden, die mit dieser Aufgabe betraut sind.
2.4. Mütter und Väter, Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in Erziehung, Unterricht und Seelsorge
ermutigen, über den Glauben zu sprechen
Vielen fällt es schwer, über den Glauben zu sprechen
und den Glauben weiter zu geben. Wir möchten der
verbreiteten Sprachnot entgegenwirken und fördern den
Austausch zwischen Eltern sowie Frauen und Männern in
Erziehung, Unterricht und Seelsorge. Wir möchten, dass sie
mehr Lust daran gewinnen, den Glauben zum Inhalt ihrer
Gespräche zu machen.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- Priester und pastorale Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter es sich zu einer vorrangigen Aufgabe machen,
mit Eltern über den Glauben zu sprechen.
- die Verantwortlichen in Kindergärten, Schulen und
Gemeinden miteinander im Gespräch sind und kooperieren.
- Priester und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
regelmäßig in Einrichtungen gehen.
- Priester, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
Gemeinde, Kindergarten und Schule den Kindern und
Jugendlichen die Kirche zeigen, Bilder und Symbole
erschließen, miteinander beten und singen.
- Angebote zur Glaubensbildung für Eltern sowie für
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen und
Gemeinden entwickelt und verstärkt werden.
2.5 Frauen und Männer im Alter von 25 bis 45 Jahren
erreichen
Menschen in dieser Altersgruppe sind bisher auffallend
unterrepräsentiert. Wir wollen uns stärker auf die
persönlichen und beruflichen Lebenswirklichkeiten der
Menschen in dieser Altersgruppe einstellen.
Dies soll dadurch geschehen, dass
- wir sie um ihrer selbst willen wahrnehmen.
- wir ihre Themen stärker als bisher in unsere
Verkündigung aufnehmen.
- insbesondere die Priester sowie die pastoralen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der heutigen Mobilität
Rechnung tragen und ihre Präsenzzeiten daraufhin
ausrichten.
- wir uns stärker in den gesellschaftlichen Diskurs
über Arbeit, soziale Sicherung und Familie einmischen.
2.6 unseren Glauben vertiefen
Wir wollen unsere Sendung aufmerksam wahrnehmen. Wir
schöpfen Kraft aus der Sammlung, insbesondere der Feier der
Eucharistie.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- wir Angebote zur geistlichen Vertiefung Einzelner und
von Gruppen fördern.
- eine Ansprechperson im Erzbistum für die
Weiterentwicklung und Koordination dieser Angebote
zuständig ist.
- die Möglichkeit zur Feier der Eucharistie auch bei
den neuen Pfarreistrukturen Priorität bleibt.
- in Form von Großveranstaltungen (z.B. Bistumstage,
Wallfahrten) der Austausch über unseren Glauben und
gemeinsame geistliche Erfahrung im Erzbistum Hamburg
ermöglicht werden.
3. Unsere Kirche im Norden ändert die Rahmenbedingungen
für die Pastoral.
- Wir wissen, dass die Kirche sich immer wieder erneuern
lassen muss, um dem Auftrag des Evangeliums treu zu
sein. Zu den Zeichen der Zeit, die heute Veränderung
erfordern, gehört gewiss auch, dass wir in Zukunft mit
weniger Geld und Personal auskommen müssen. Das zwingt
uns zur Überprüfung unseres kirchlichen Lebens.
3.2 Ausrichtung der personellen und finanziellen
Möglichkeiten an den Leitsätzen
Weniger Geld und Personal bedeuten, dass wir die Zuweisung
finanzieller Mittel und der Einsatz von Frauen und Männern im
Dienst der Kirche stärker als bisher an den pastoralen Zielen
ausrichten müssen. Dies bedeutet ebenso, dass wir
überprüfen, wieweit wir unsere Ziele erreichen.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- die Leitsätze den Einsatz des Personals und der
Steuerung der finanziellen Mittel vorgeben.
- das Erzbistum, jede Pfarrei, alle Missionen, Verbände
und Einrichtungen neben den Einnahmen aus Kirchensteuern
und anderen Zuwendungen verstärkt selbst
für zusätzliche finanzielle Mittel Sorge tragen.
- das Erzbistum die Pfarreien, Missionen, Verbände und
Einrichtungen in diesen Bemühungen und bei der Suche nach
geeigneten Wegen unterstützt.
- Tätigkeiten und Einrichtungen an der Erreichung der
Ziele gemessen werden.
- Tätigkeiten und Einrichtungen hinsichtlich ihres
finanziellen Aufwands überprüft werden.
- auf Wunsch von Pfarreien, Missionen, Verbänden und
Einrichtungen regelmäßige Gespräche über die weitere
Entwicklung mit unserem Erzbischof oder mit den von ihm
Beauftragten stattfinden.
- Jahresberichte für Einrichtungen und kategoriale
Stellen obligatorisch werden.
3.3 Lebendige Gemeinden haben Priorität
Im Dekret vom 15. Dezember 2004 hat unser Erzbischof den
finanziellen Rahmen für Zuweisungen an die Pfarreien
festgelegt. Damit ist eine Planungsgrundlage gegeben. Die
Sorge um lebendige Gemeinden ist eine erstrangige pastorale
Aufgabe.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- nach Abschluss der Restrukturierung die Zahl der
Pfarreien mittelfristig nicht weiter gesenkt wird.
- Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und
Selbstorganisation in der Gemeinde gefördert werden.
- die personelle Besetzung der pfarrlichen Dienste
Priorität hat.
- kategoriale Stellen nach Möglichkeit an Gemeinden
angebunden werden.
- die Unterstützung des Generalvikariates für die
Gemeinden verbessert wird.
3.4 Andere Formen der Seelsorge und des kirchlichen
Lebens ergänzend anbieten
Gemeindliche Seelsorge kann nicht allen Erwartungen
gerecht werden. Sie bedarf daher der Ergänzung durch andere
Formen und andere Orte in der Seelsorge: Bildungs- und
Exerzitienhäuser, kategoriale und beratende Dienste,
Einrichtungen der verbandlichen Caritas, Tourismus- und
Citypastoral, Kindertagesstätten und Schulen, katholische
Verbände und geistliche Gemeinschaften.
Die begrenzten personellen und finanziellen
Möglichkeiten des Bistums lassen diese Formen der Seelsorge
und des kirchlichen Lebens nur exemplarisch zu. Nicht alles,
was sinnvoll und nützlich wäre, kann erhalten und
gefördert werden. Und doch ist eine Seelsorge mit
lebensnahen Konturen anzustreben, die den heutigen
differenzierten Lebensbezügen der Menschen gerecht zu
werden versucht.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- versucht wird, auf Personen und Zielgruppen zuzugehen,
die über die Gemeinde nicht erreicht werden.
- Dienste mit caritativer Ausrichtung gefördert werden.
- Dienste gefördert werden, die ehrenamtliche Arbeit
stärken.
- Dienste gefördert werden, die in Öffentlichkeit und
Gesellschaft hineinwirken.
- Dienste gefördert werden, mit denen Menschen erreicht
werden, die den Glauben nicht kennen und nicht zur
Kirche gehören.
3.5 Seelsorge und Diakonie wieder verstärkt miteinander
verknüpfen.
Wir achten darauf, dass die Seelsorge in Liturgie und
Verkündigung stärker mit der Diakonie, insbesondere mit
der Arbeit caritativer Einrichtungen vernetzt wird. Die
Caritas in der Gemeinde steht mit der verbandlichen
Caritas in enger Verbindung. Die verbandliche Caritas ist
auf die Gemeinden angewiesen. Die Gemeinden sollen die
Arbeit der verfassten Caritas prägen.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- ehrenamtliche Caritas als gemeindlicher Dienst aufgebaut
wird.
- ehrenamtliche und hauptberuflich tätige Personen für
den Aufbau und die Leitung dieser Kreise geschult werden.
- die theologische Vertiefung caritativer Arbeit in das
Programm der Aus- und Fortbildung aufgenommen wird.
- pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
Gelegenheiten eröffnet werden, die Arbeit der
verbandlichen Caritas besser kennen zu lernen.
- Caritas und Pastoral verstärkt zusammenarbeiten, sich
in ihrer Arbeit abstimmen, ergänzen und gemeinsam
Konzepte entwickeln.
- hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der
Caritas zu Dekanatspastoralkonferenzen eingeladen werden.
- In Kooperation der Caritas mit der Pastoralen
Dienststelle Exerzitien und pastoraltheologische
Begleitung für ehrenamtliche und berufliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeboten werden.
4. Unsere Kirche im Norden versammelt sich in lebendigen
Pfarreien, Gemeinden
und fremdsprachigen Missionen
- "Kirche am Ort" und "Präsenz in der
Fläche" sind wichtige Rückmeldungen aus dem
Pastoralgespräch. Pfarreien und Gemeinden sind die
wichtigsten Lebensräume unseres Bistums in der
Diaspora. Durch das Dekret vom 15. Dezember 2004 hat
unser Erzbischof die territoriale Gliederung des
Erzbistums neu organisiert und die Errichtung von 83
Pfarreien verfügt. Damit wird eine stabile Struktur
geschaffen, die den personellen und finanziellen
Möglichkeiten entspricht. Zugleich bleibt die Aufgabe,
dass es in den territorial neu umschriebenen
Pfarreien Gemeinden gibt, die sich an primären
Lebenszusammenhängen orientieren. Pfarreien sollen
alles tun, damit Kirchen, in denen gebetet wird,
erhalten bleiben.
Zu den deutschsprachigen Pfarreien kommen die
fremdsprachigen Missionen. Sie sind von ihrer Zahl,
Altersstruktur und Lebendigkeit her bedeutsam für die
Seelsorge in unserem Erzbistum.
- In den Pfarreien Gemeinden stärken und Orte
christlicher Existenz schaffen
Zukünftig gibt es in machen Pfarreien mehrere
Gemeinden. Das Leben in diesen Gemeinden soll gestärkt,
ihre Identität gefördert werden.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- die pastorale Verantwortung vor Ort gefördert wird.
Dies gilt genauso für die fremdsprachigen Missionen.
- für gemeindliche Gruppen und Kreise eine haupt- oder
ehrenamtliche Ansprechperson benannt wird.
- das Verhältnis der Pfarrei zu ihren Gemeinden
subsidiär gestaltet wird.
- Hauptamtliche die Bildung von Gruppen und Kreisen
fördern, die sich selbstständig treffen, um das Wort
Gottes und das Leben zu teilen.
- zwischen Pfarrei und fremdsprachigen Missionen die
Zusammenarbeit intensiviert wird.
- Sich zum Gottesdienst versammeln
Zum Christsein gehört die gottesdienstliche
Versammlung. Deren Hochform ist die Feier der Eucharistie.
Sie soll an keinem Sonntag fehlen. Ohne Notwendigkeit wird
sie nicht durch einen Wortgottesdienst ersetzt. In jeder
Kirche soll täglich zum Gebet eingeladen werden.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- die vielfältigen Gebetsformen der Kirche (z.B.
Stundengebet, Rosenkranz, eucharistische Anbetung)
praktiziert werden.
- seitens des Erzbistums Personen für Wortgottesdienste
ausgebildet werden.
- eine Kultur gottesdienstlichen Feierns gefördert wird
und der Kirchenraum einladend gestaltet wird.
4.4 Ökumene fördern und leben
Papst Benedikt hat das Wirken für die Einheit der
Christen als besonders dringlich hervorgehoben. Wir greifen
dieses Anliegen auf.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- sich das Erzbistum und seine Gemeinden und Einrichtungen
um eine gute Zusammenarbeit und einen lebendigen Austausch
mit den ökumenischen Nachbarn bemühen.
- dazu insbesondere die jährliche Gebetswoche für die
Einheit der Christen, die ökumenische Bibelwoche,
Gottesdienste und Gesprächskreise genutzt werden.
- wir mit christlichen Gemeinden bei pastoralen Aufgaben
und Projekten nach Wegen der Zusammenarbeit suchen.
- durch Fortbildung von Hauptamtlichen konfessionelle
Identität und ökumenische Zusammenarbeit gefördert
wird.
- durch aktuelle Bildungsangebote für Ehrenamtlichen die
Ökumene vor Ort gestärkt wird.
4.5 Andere Religionen wahrnehmen
In manchen Gebieten unseres Erzbistums leben Mitglieder
christlicher und nichtchristlicher Religionen auf engem
Raum zusammen. Wir wollen das stärker berücksichtigen.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- sich das Erzbistum und seine Pfarreien und Einrichtungen
um Wissen über und Verständnis für andere Religionen
bemühen.
- der Kontakt zu Juden gesucht und gepflegt wird.
- der Kontakt zu Muslimen im Sinne guter Nachbarschaft
aufgebaut wird.
- Unsere Kirche im Norden braucht viele Handelnde.
5. 1 Das Pastoralgespräch
fördert einen Schatz zu Tage :
Viele sind bereit, sich als Ehrenamtliche zur Verfügung
zu stellen, wollen für die Mitarbeit angesprochen werden
und ihre Kompetenzen einbringen, wollen zugleich weiter
qualifiziert werden und Verantwortung übernehmen. Und sie
werden gebraucht! Die Pastoral muss zukünftig mehr von
ehrenamtlichen Personen mitgetragen und mitverantwortet
werden. Die Arbeit von Priestern, Diakonen und pastoralen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird geschätzt.
Zugleich wünschen sich die Gläubigen von ihnen, dass sie
insbesondere im Bereich der Leitung ihre Kompetenzen
erweitern.
Das Zu- und Miteinander von Priestern und Laien
verstehen wir nicht nur funktional von den zu erledigenden
Aufgaben her, sondern sakramental, von seiner geistlichen
Qualität. Priesterlicher Dienst ist ja durch die Weihe
ermöglichte und durch sie getragene Darstellung und
Vergegenwärtigung (repräsentatio) Christi als des Herrn
und des Hauptes der Kirche. Er erinnert uns an die
bleibende Herkunft der Kirche von ihrem Herrn. Ordensleute
bezeugen, dass wir unterwegs sind zu einem Ziel. Diakone
repräsentieren, dass bei Gott niemand übersehen wird.
Frauen und Männer in kirchlichen Diensten leben und
arbeiten in dem Bewusstsein, dass die Berufung des
Menschen zur Gemeinschaft mit Gott sein Heil ausmacht.
- Veränderungsprozesse durch Priester, Diakone und
Laien in der Pastoral initiieren und begleiten
Veränderte Rahmenbedingungen machen veränderte Formen
und Arbeitsweisen in der pastoralen Arbeit nötig. Dies
setzt die Offenheit und Bereitschaft voraus, Bisheriges in
Frage zu stellen und sich auf Neues einzulassen.
Priestern, Diakonen und Laien im pastoralen Dienst kommt
hier eine Schlüsselfunktion zu.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- Priester, Diakone und Laien vom Erzbischof, den
Mitgliedern des Geistlichen Rates und den Dechanten
ermutigt werden, Veränderungen einzuleiten und neue
Schritte auszuprobieren.
- seitens des Erzbistums dafür begleitende Hilfen
angeboten werden.
- geistliche Bildung und pastorale Fortbildung für alle
kirchlichen Dienste verstärkt werden.
- im pastoralen Dienst für Priester, Diakone und Laien
vermehrt und gezielt Erkenntnisse der
Organisationsentwicklung, des Managements und der Beratung
vom Erzbistum genutzt und angeboten werden.
- mittelfristig ein Fortbildungsprogramm für alle
beruflichen und ehrenamtlichen Dienste im Erzbistum
entwickelt wird.
5.3 Rollen und Aufgaben der pastoralen Dienste klären
Der Pfarrer nimmt unter der Autorität des Bischofs die
Gemeindeleitung in einem umfassenden Sinn wahr. Bei der
Seelsorge im Sinne des Lehrens, Heiligens und Leitens wird
er unterstützt und ergänzt durch andere Priester, Diakone
und Laien.
Auf dieser Grundlage sind unter den veränderten
Rahmenbedingungen die Aufgaben und Rollen für die
pastoralen Dienste zu profilieren.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- Priester, Diakone und Laien im pastoralen Dienst mehr
als bisher gemeindliche Prozesse entwickeln, begleiten und
moderieren.
- Priester, Diakone und Laien in der Wahrnehmung ihrer
Leitung bzw. Mitwirkung an der Leitung auf Beteiligung,
Mitsprache, Delegation und Transparenz achten.
- Kooperation und gemeinsame Arbeit in einem Team von
Haupt- und Ehrenamtlichen selbstverständlich wird.
- ehrenamtlich tätige Gläubige zukünftig mehr und neue
Aufgaben wahrnehmen, die eine Mitwirkung am Dienst der
Leitung betreffen.
- dafür die Entscheidungskompetenzen und Befugnisse für
die Praxis geklärt werden.
- Priorität bei der Begleitung und Förderung
ehrenamtlich tätiger Personen
Durch Taufe und Firmung besitzen alle Christen eine
gemeinsame Würde und sind von Jesus Christus selbst zum
Aufbau der Kirche berufen. Die Gewinnung, Begleitung und
Förderung ehrenamtlich tätiger Personen ist
unverzichtbare Aufgabe für alle kirchlichen Dienste im
Erzbistum Hamburg. Alle sind aufgefordert, eine Kultur
ehrenamtlichen Engagements zu fördern.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- vom Erzbistum verstärkt Fortbildungen für ehrenamtlich
Tätige konzipiert und möglichst ortsnah angeboten werden
- ehrenamtlich Tätige, wo immer es möglich ist, an
Fortbildungen für berufliche Dienste teilnehmen können.
- Auslagen erstattet werden.
- in einer Rahmenordnung des Erzbistums Standards des
ehrenamtlichen Engagements festgelegt werden
(Fortbildungsinhalte; Kostenerstattungen;
Versicherungsschutz)
- der Zugang zu Informationen über ehrenamtliches
Engagement optimiert wird (Homepage, Kirchenzeitung,
newsletter)
- innovative Modelle und Projekte im ehrenamtlichen
Engagement initiiert und gefördert werden.
6. Unsere Kirche im Norden pflegt eine offene und faire
Kommunikation
- Das Pastoralgespräch hat in seinem Verlauf gezeigt:
Kommunikation, die von Wertschätzung, Offenheit,
Transparenz und Ringen um Inhalte geprägt ist,
verbindet Jung und Alt, West und Ost, Frauen und
Männer, Haupt- und Ehrenamtliche, setzt Kräfte frei,
weckt Freude am Engagement. Das spornt an, den Austausch
zwischen Bistumsleitung und -verwaltung, Gemeinden,
Einrichtungen und Regionen zu verbessern.
- Informationsaustausch verbessern und Beteiligung
sichern
Informiert sein ist Voraussetzung für eine
Kommunikation, die auf Augenhöhe stattfindet und von
gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Klare Regeln
und regelmäßiger Austausch fördern dies.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- die Ortsgemeinden und fremdsprachigen Missionen sich um
den Blick auf das ganze Bistum als Ortskirche, und die
Bistumsleitung und Bistumsverwaltung sich um Achtung der
jeweiligen örtlichen Gegebenheiten bemühen.
- zwischen Caritas und Pastoral die Kommunikation und das
Wissen voneinander verbessert werden, um die gegenseitige
Wertschätzung zu fördern. Wo zwischen Einrichtungen der
Caritas und der Pastoral noch kein regulärer Austausch
stattfindet, wird er vereinbart. Es ist Aufgabe der
Landescaritasdirektoren und der Abteilung Pastorale
Dienststelle, dies zu initiieren.
- der Informationsfluss über neue Wege in der Pastoral
gefördert wird, damit Ideen an verschiedenen Orten im
Erzbistum aufgegriffen werden. Über den Newsletter der
Pastoralen Dienststelle können die Gemeinden und alle
Interessierten über neue Projekte und die Ansprechpartner
und –partnerinnen dazu informiert werden.
- Zuständigkeiten und Rollen klären
Unrealistische Ziele und Erwartungen führen zu
Frustration. Ungeklärte Arbeitsweisen und Regeln
verlängern Entscheidungsprozesse und ermüden. Wenn
dagegen klar ist, wer welche Zuständigkeiten hat, welche
Regeln gelten und welche Ziele erreicht werden sollen,
wird dies zu besserem und effektiverem Handeln führen.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- auf allen Ebenen die Leitung verantwortlich wahrgenommen
und akzeptiert wird, um Entscheidungsprozesse zu
beschleunigen, Frustrationen zu vermeiden und Motivationen
zu stärken. Allen Leitungskräften werden Fortbildungen
in Fragen der Kommunikation und Leitung angeboten.
- auf allen Ebenen klare und verbindliche Regeln für den
Informationsfluss, für Beratungs- und Entscheidungswege
entwickelt werden. Dabei muss immer deutlich sein, wer
zuständig ist, wer welche Entscheidungsbefugnis hat, wer
beratende Funktion ohne Entscheidungskompetenz hat und wie
verbindlich getroffene Zusagen und Vereinbarungen sind.
Die Einhaltung dieser Vereinbarungen und Zusagen muss
überprüfbar sein. Wo es solche Regeln schon gibt, sollen
sie allen Beteiligten bekannt sein. Auch die Gremienarbeit
im Erzbistum soll unter dieser Rücksicht verbessert
werden.
- Konflikte fair austragen
Bei einer lebendigen Kommunikation werden verschiedene
Meinungen aufeinander stoßen. Fair ausgetragene Konflikte
helfen dabei, tragfähige Entscheidungen zu treffen.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- auf dem Weg zu Entscheidungen Kritik als Ringen um die
beste Lösung verstanden wird.
- niemand Angst haben soll, konstruktive Kritik zu
äußern.
- der Erzbischof bei Konfliktfällen auf allen Ebenen
Personen benennt, die für Konfliktlösung und
Konfliktschlichtung zuständig sind.
7. Unsere Kirche ist Salz im Norden.
7.1 Unter der Überschrift: "Wir wollen uns
einmischen" kommt der Optimismus des
Pastoralgesprächs erneut zum Tragen. Wir haben einen
Auftrag für das Gemeinwohl vor Ort, in den Regionen und
für die Welt: Salz der Erde zu sein!
7.2 stärker in die Öffentlichkeit gehen und Position
beziehen
So geben wir vielen Menschen neu die Chance, die Kirche
und ihre Botschaft vom Reich Gottes kennen zu lernen und zu
erfahren, dass diese Botschaft für die heutige Zeit und
für ihr eigenes Leben bedeutsam ist.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- Anliegen und Aktivitäten verstärkt in die
Öffentlichkeit und in die Medien gebracht werden.
- auf allen Ebenen im Erzbistum bei öffentlich
diskutierten Themen überlegt wird, ob und wie wir uns
einbringen können.
- alle Formen genutzt werden, um in die Öffentlichkeit zu
gehen und Position zu beziehen. Das reicht von der
Pressekonferenz bis hin zu Leserbriefen und der Teilnahme
an lokalen Unterschriftenaktionen.
- Einrichtungen und Arbeitsfelder gestärkt werden, die in
den öffentlichen Raum hineinwirken.
- Gemeinden und Einrichtungen durch Fortbildungen und
Informationsmaterial Unterstützung in ihrer
Öffentlichkeitsarbeit erhalten. Dafür werden
Ansprechpartner im Erzbistum benannt.
- die Stabsstelle Medien sich mit den Personen in
Pfarreien, Verbänden und Einrichtungen vernetzt, die für
Öffentlichkeitsarbeit zuständig sind.
7.3 Engagement in Gesellschaft und Politik fördern
"Wir wollen uns einmischen!" – Wir sind davon
überzeugt, dass die Kirche wichtige Impulse in Politik und
Gesellschaft einbringen kann.
Dies soll dadurch geschehen, dass...
- wir überprüfen, ob wir in Gremien und Initiativen
vertreten und beteiligt sind.
- wir motivieren katholische Christinnen und Christen
politische Ämter wahrzunehmen oder in öffentlichen
Gremien zu arbeiten und unterstützen diese Personen
tatkräftig.
- mit den politischen und behördlichen Einrichtungen vor
Ort Kontakt gesucht und gepflegt wird.
- Stadtteilinitiativen unterstützt werden und mit
engagementfördernden Einrichtungen (z.B.
Jugendeinrichtungen oder Seniorenbüros) kooperiert wird.
- wir Gerechtigkeit und Frieden fördern durch weltweite
Partnerschaft und durch die weltkirchlichen Werke ( z. B.
Adveniat, Misereor).
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